> Das Averfehrdener Kreuz

Nach einer halbjährigen Bauphase steht nun das ehemalige „Mennemanns Kreuz“ an seinem neuen Standplatz. Am Sonntag, den 14.10.2012 segnete Pastor Ulrich Müller ein wichtiges Denkmal Glandorfer Geschichte feierlich ein.

Zahlreiche Interessierte und einige Vertreter der Presse ließen sich nach dem Hochamt über den Ablauf des Projektes sowie den geschichtlichen Hintergrund informieren.

Der ursprüngliche Standort des Kreuzes ist als Einholstelle für die Averfehrdener Toten bekannt. Die Toten wurden früher bis zur Beerdigung zu Hause aufgebahrt und von dort vom Pastor abgeholt, sofern diese im Dorf wohnten. Die Trauerzüge aus den Bauernschaften und aus Schwege wurden an solchen Einholstellen vom Priester und Meßdienern abgeholt und man ging dann zusammen zur Kirche, neben der auch früher der Friedhof lag.

Nach der Errichtung des Friedhofes, 1867 auf ‚Jostes Spirkland’, war dort zuerst die Beerdigung und anschließend das Seelenamt in der Kirche.

Bei den Kreuzen an den Einholstellen handelte es sich um alte Steinkreuze, die später durch größere Kreuze oder Bildstöcke ersetzt wurden. Das Steinkreuz, das nach Heimatforscher Crone (1909) an der traditionellen Stelle gestanden haben soll, steht jetzt am neuen Friedhof, direkt vor der Bauernschaft Averfehrden.

Das Kreuz in der Johannisstraße steht auf dem ehemaligen Grundstück von Maler Mennemann. Alte Fotos zeigen es in dieser Zeit mit Maria und Johannes. Irgendwann nach 1901 wurde ein neues Altarkreuz für die Kirche angeschafft und da das Kreuz bei Mennemann verrottet war, stellte man die Altargruppe hier auf.

Der heutige Korpus stammt aus Schwege von dem Kreuz am Hof Schwegmann, den Maler Mennemann 1935 übernommen hatte. Leider sind die Figuren unter dem Kreuz dann verwittert und man hat sie entfernt. Mennemann verkaufte das Haus 1965 an die Familie Nollmann, die dort ein Fleischergeschäft führte. In den 90er Jahren erwarb die Firma Beermann aus Müschen das Anwesen.

Dieter Beermann hat dann im Herbst 2010 die Restauration des Korpuses und des Holzkreuzes in Auftrag gegeben. Nachdem das Kreuz entfernt war kam die Überlegung auf, die Kreuzanlage an einem würdigeren Platz wieder zu errichten. Diese Aufgabe haben im April dieses Jahres einige Mitglieder vom Kultour-Gut! Glandorf übernommen.

Das Kreuz war Jahrzehnte lang als „Mennemanns Kreuz“ bekannt. Es wurde in jüngster Zeit und wird vor allem jetzt, da es an seinem neuen Standort steht, als Averfehrdener Kreuz bezeichnet. Dies soll dem geschichtlichen Hintergrund Rechnung tragen und an den Ursprung dieses Kreuzes erinnern.

Die neue Inschrift auf der Mauer lautet:

 

Gewandelt und gewandert durch die Zeiten,

spend’ ich Trost denen, die trauernd vorüberschreiten.

Sei eingedenk in deinem täglich’ Eilen,

auch kurz im Gebete zu verweilen!

 

Die erste Zeile bezieht sich auf den optischen Wandel den die Kreuzanlage im Laufe seiner Geschichte vollzogen hat. Die zweite Zeile stellt den Zusammenhang zum ursprünglichen Zweck sowie dem historischen Hintergrund her. Die unteren zwei Zeilen sollen dazu aufrufen, in der Hektik und dem Stress der heutigen Zeit, darüber nachzudenken welche Bedeutung und welcher Sinn hinter dem Symbol des Kreuzes an dieser Stelle zu finden ist.

Der Dank für die Unterstützung zur Umsetzung dieses Projektes soll hier im Folgenden so aufgeführt werden, wie auch der chronologische Ablauf des Projektes sich darstellt:

 

Finanzielle Unterstützung:

 

Kirchengemeinde Glandorf

Poltische Gemeinde Glandorf

Sparkasse Osnabrück

Ein Privater Spender (100Euro!)

 

 

Firmen aus Glandorf und Umgebung, die mit Rat und Tat zur Seite standen:

 

Gemeindeverwaltung Glandorf (Bagger, Radlader)

Fa. BauunternehmenRudolf Ziegert(Fundament, Schafteisen)

Fa. Baustoffe Heuger (Transport u. Montage)

Fa. Eichholz (Restauration, Montage, Anstrich, Inschrift)

Fa. Pues Natursteine (Maschinen u. Unterstützung für die Pflasterarbeiten)

Fa. Knappheide Lohnunternehmen (Maschinen u. Schuttentsorgung)

Fa. Baumschule Schönhoff (Neupflanzung Hecke)

 

Ehrenamtlich Tätige, die (noch) nicht im Kultour-Gut! Glandorf Mitglied sind:

 

Guido Nickel: Mauerarbeiten

Albert Vormund: Metallarbeiten

Kai Sandfort: Pflasterarbeiten

Hedwig Hälker: Pflanzen u. Pflege

Markus Hollmann: Mann der Tat, immer zur Stelle!

 

Ein herzlicher Dank an alle Beteiligten!