Exkursion ins Stadtarchiv Stadtlohn und nach Schloss Raesfeld

 

 

Thema: „Kriegsereignisse und -folgen im Dreißigjährigen Krieg am Beispiel der Schlacht von Stadtlohn im Jahr 1623“

 

Nach zwei fundierten Vorträgen im Dezember und Januar über die politischen Hintergründe sowie den Auswirkungen des 30-jährigen Krieges in unserer Region, machten sich einige Mitglieder von „Kultour-Gut! Glandorf“ am 2. März 2013 zu einer Exkursion nach Stadtlohn auf, um im „Lohner Bruch“ ein historisches Schlachtfeld aus dieser Zeit zu besichtigen. Am 6. August 1623 fand dort eine für den westfälischen Raum entscheidende Schlacht zwischen den protestantischen Truppen des Feldherrn Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel und dem Heer der katholischen Liga unter Graf Tilly statt. Mit einer schweren Niederlage scheiterte dabei Christians Versuch einer Auflehnung gegen den habsburgischen Kaiser. Zwei Drittel seiner Soldaten wurden auf dem Schlachtfeld (Blutacker) drei Kilometer nördlich von Stadtlohn getötet oder gefangen. Mit den restlichen Einheiten konnte er sich knapp über die holländische Grenze retten.

 

Die Nachbildung dieser Schlacht in einer Miniaturdarstellung mit über 17000 Figuren (Diorama) im Heimatmuseum von Stadtlohn besichtigten die Exkursions-Teilnehmer im Rahmen einer Führung mit  Stadtarchivar Ulrich Söbbing. Die Schlachtaufstellung, das Gelände, die Truppen und ihre Ausrüstung ließen sich auf diese Weise anschaulich nachvollziehen. Eine beeindruckende Detailarbeit, mit der man die damalige Situation nacherleben konnte.

 

Zum Abschluß führte der Weg zum  nahegelegenen Schloss Raesfeld, das in der Zeit des 30-jährigen Krieges eine besondere Rolle während der Regentschaft seines Besitzers Alexander II. von Velen spielte. Er wurde auch der „westfälische Wallenstein“ genannt und hatte es in Diensten des Kaisers zum Kommando über die Streitkräfte im Fürstbistum gebracht. Diese Kriegsdienste entlohnte der Kaiser ihm nicht nur mit der erblichen Reichsgrafenwürde, sondern auch mit erheblichen Geldmitteln. Alexander II. wurde ein reicher Mann und konnte sich einen kostspieligen Ausbau der Anlage zum Residenzschloss leisten. Schloss Raesfeld ist ein ansehnliches Beispiel, wie nah und extrem Not und Elend auf der einen sowie adliger Glanz auf der anderen Seite in dieser Zeit beieinander lagen. „Der Graeffe von Vele hat in Westfalen einen gueten Krieg gehabt. Er hat wohl ein pahr Millionen genossen“, so der damalige Fürstbischof!

 

 

 

Für Kultour-Gut! Glandorf

Dieter Heimsath

 

 

Fotos von Karl-Heinz Krützkamp.