Vortrag „Windthorst in Bosnien“

Die unbekannte Geschichte einer deutschen Siedlung

Am 28.11. 2012 um 19.30Uhr referierte der Historiker Dr. Rolf Westerheider aus Gütersloh im Pfarrheim Glandorf über die Siedlung „Windthorst“ in Bosnien.

Die Geschichte der Menschheit ist die des Fortgehens und Ankommens. Stets sind die Menschen auf der Suche nach neuem Lebensglück und das nicht erst seit TV-Sendungen wie „Goodbye Deutschland!“ Im 19. Jahrhundert machten sich zahlreiche Europäer auf nach Amerika, um sich ein neues Leben aufzubauen. Das Osnabrücker Land und das Emsland gehörten zu den Regionen mit den höchsten Auswanderungsquoten in ganz Deutschland. So gab es bekanntlich auch viele Glandorfer Familien, aus denen sich Angehörige von Existenznot getrieben entschlossen, die alte Heimat zu verlassen.

Auch nach 1871, als die deutsche Einheit mit dem Sieg Preußens im Krieg gegen Frankreich erlangt war, ließ der Auswanderungsdruck nicht nach. Im nun protestantisch dominierten deutschen Staat fühlten sich viele Katholiken zur Auswanderung veranlasst. Doch das neue ungewöhnliche Ziel hieß Bosnien. Von Ludwig Windthorst, dem politischen Gegenpart Bismarcks, inspiriert, gründeten zahlreiche Auswanderer eine Siedlung mit dem Namen „Windthorst“, die nach anfänglichen Schwierigkeiten zu enormer Blühte kam. Das Schicksal der deutschen Emigranten in den folgenden Weltkriegen sowie den Verbleib der Siedlungen im verheerenden Bürgkrieg der 1990er Jahren schilderte Dr. Rolf Westheider, der die Stätten deutscher Siedlungen in Bosnien selbst besuchte anschaulich und fesselnd .